Alan Bradley - Flavia de Luce - Mord im Gurkenbeet
Autor: Alan Bradley
Übersetzer: Katharina Orgass, Gerald Jung
Originaltitel: The Sweetness at the Bottom of the Pie
Deutscher Titel: Flavia de Luce - Mord im Gurkenbeet
Einbandart: Taschenbuch
Erscheinungsdatum: 20.09.2010
Verlang: Blanvalet
Seitenanzahl: 384 Seiten
Die junge Flavia de Luce staunt nicht schlecht, als sie im ersten Morgenlicht eine Leiche im Garten entdeckt - ausgerechnet im Gurkenbeet! Jeder hält ihren Vater für den Mörder, denn Colonel de Luce hat sich noch tags zuvor mit dem Verblichenen gestritten. Nur ein einziger Mensch glaubt felsenfest an die Unschuld des Colonels - seine neunmalkluge Tochter Flavia. Schließlich ist der Ermordete vergiftet worden, und - ganz im Gegensatz zu Flavia, die eine begnadete Giftmischerin ist - ihr Vater hat nie Interesse an der Chemie des Todes gezeigt. Also fragt Flavia in vermeintlich kindlicher Unschuld sämtlichen Zeugen Löcher in den Bauch. Hartnäckig folgt sie jeder noch so abwegigen Spur - bis sie einsehen muss, dass ihr Vater tatsächlich ein dunkles Geheimnis hütet. Und so befürchtet Flavia, dass sie vielleicht eine zu gute Detektivin ist …
Das doch ein wenig skurril wirkende Cover des Buches sticht zwischen den momentan doch so gängigen Büchern von Stieg Larsson und Jussi Adler Olsen doch irgendwie sehr hervor und man möchte meinen dass es dort so rein gar nichts verloren hat… Und vielleicht doch her zu den Fantasy-Büchern umgesiedelt werden sollte…
Hm, Bildbeschreibung war noch nie meine Stärke, aber das Mädchen das vor dem Sessel steht wirkt auf mich ein wenig verschroben und erinnert mich doch irgendwie an das Mädchen aus der Adams Family… Was der Sessel und die Kranken sollen? Who knows, ich weiß es jedenfalls nicht, aber sie sorgen weiter für den leicht verschrobenen Eindruck.
Eine hübsche Beigabe, der man nicht unbedingt viel Aufmerksamkeit schenkt ist die blaue Briefmarke die am Titel klebt und einen Totenkopf zur Schau trägt.
Kurios ist ebenso der Titel. Im englischen “The Sweetness at the Bottom of the Pie” was, wenn man das Buch liest, auch etwas über den Inhalt des Buches verrät, aber was genau, nun darüber will ich hier schweigen und kein Wort verlauten lassen. Schließlich sollt ihr das selbst herausfinden.
Der deutsche Titel wurde nicht genau übersetzt, aber wann ist das schon der Fall und lautet „Mord im Gurkenbeet“. Was so fies es auch klingt das wichtigste schon mal erklärt. Es passiert ein Mord im Gurkenbeet, daran lässt auch der Rückentext keine Zweifel. Und spätestens hier war ich neugierig, denn was hat bitte schön eine Leiche im Gurkenbeet zu suchen. Dort würde ich sie ja doch am allerwenigsten Vermuten, in Kellern, Wäldern, Straßenecken und wo auch sonst, aber im Gurkenbeet? Ausgerechnet im Gurkenbeet?! Nein dort überhaupt nicht.
Die Hauptfigur ist Flavia de Luce, ihres Zeichens Giftmischerin und gerade einmal 11 Jahre alt. Ihre Bekanntschaft machen wir, als sie in einem Kleiderschrank festsitzt in den sie von ihren beiden großen Schwestern Ophelia und Daphne gesperrt wurde. Das Verhältnis der Schwestern ist kaum gut zu nennen, das merkt man schnell und es werden erbittert Gemeinheiten ausgetauscht… Flavias Racheaktionen sind allerdings ein wenig subtiler als die der Schwestern, so wird die Perlenkette der einen schnell mal Teil einer chemischen Reaktion oder der Lieblingslippenstift wird mit einer giftigen Substanz versetzt und Flavia beobachtet gespannt jede Reaktion darauf… Wer nun die Oberhand hat ist schwer zu sagen…
Das Leben der ‚lieben‘, kleinen Flavia gerät aus den Fugen, als sie eines Nachts ihren Vater, allgemein als Colonel de Luce bekannt, belauscht und geraume Zeit später eine Leiche im Gurkenbeet findet… Nein, eigentlich findet sie einen Sterbenden der mit dem Wort ‚Vale!‘ sein Leben aushaucht, direkt vor den Augen von Flavia. Anstatt panisch zu werden ist sie ganz fasziniert davon…
Und beginnt, nach dem die Polizei informiert ist selbst Nachforschungen anzustellen, warum, wieso und weshalb der Tote in ihrem Gurkenbeet liegt und schließlich scheint es sich bei dem Toten auch noch um einen Bekannten des Colonels zu handeln. Was auch der Polizei nicht entgeht und dazu führt, dass dieser unter Mordverdacht gerät…
Dass ihr Vater irgendwie in diese Sache verstrickt ist nun, dass erkennt auch Flavia schnell, nur ist ihr Vater unschuldig und was er mit dieser ganzen Sache zu tun?
Alan Bradley hat mit Flavia eine Figur geschaffen die zwar erschrecken clever ist, aber die auch noch mit den ganz normalen Sorgen einer 11-jähigen zu kämpfen hat, auch wenn die Lösungen schon wieder nicht ganz Altersgerecht erscheinen… Oben drauf ist sie noch recht schlagfertig und schein auf alles eine Bemerkung zu haben… Den Leser bringt zumindest mal zum schmunzeln, wenn sie sich wieder ihre Gedanken zu etwas scheinbar abwegigem macht oder ihre Schwestern in die Schranken weisen will, ob nun erfolgreich oder nicht sei mal dahingestellt.
Obwohl das Buch erst den Eindruck macht, dass es vielleicht eher zu den Fantasy Büchern gehört oder auf Grund der jungen Ich-Erzählern eher etwas für Jungendliche wäre, so muss man beides doch verneinen. „Mord im Gurkenbeet“ ist zweifelsfrei ein Krimi, der es vielleicht nicht gerade mit den Büchern von Steig Larson aufnehmen kann, aber auf seine ganz eigene Art und Weise ein gut geschriebener Kriminalroman ist, wenn auch ein etwas ungewöhnlicher…
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